Grundsätzliches zum Thema CarSharing
Stand: Mai 2011
1. Das CarSharing System
STATTAUTO unterhält einen Fuhrpark (Miniklasse,
Kleinwagen, Mittelklassefahrzeuge, Kleinbusse,
Kleintransporter) für seine Teilnehmer. STATTAUTO
organisiert die Fahrzeugverteilung an verschiedenen, über
das Stadtgebiet verteilten Stationen und ist zuständig für
Wartung, Pflege und Reparatur der Fahrzeuge.
STATTAUTO bietet Nutzungsmöglichkeiten wie bei einem
Privatauto- z.B. stunden-, tage- oder wochenweise Fahrten.
STATTAUTO Teilnehmer können jederzeit (24 Std. täglich) per Telefon oder über Internet ein Auto reservieren - für
die spontane Fahrtentscheidung oder für eine Fahrt, die
langfristig geplant ist. 90% aller Buchungswünsche
werden erfüllt.
Zu Fahrtbeginn öffnen STATTAUTO Teilnehmer das
Fahrzeug bzw. den Fahrzeugschlüsseltresor mit ihrer Chip-Karte und Geheimnummer. Sie tanken bargeldlos mit
einer Tankkarte auf Kosten von STATTAUTO. Am
Fahrtende wird das Auto zur Station zurückgebracht und
ein kurzer Fahrtbericht ausgefüllt, auf dessen Grundlage die
Abrechnung erfolgt.
STATTAUTO Teilnehmer können nicht nur die Fahrzeuge
von STATTAUTO in München und Umgebung nutzen,
sondern auch Fahrzeuge von CarSharing Organisationen in
anderen Städten Deutschlands oder der Schweiz. STATTAUTO
organisiert für seine Teilnehmer die Quernutzung.
Für STATTAUTO Teilnehmer ist das Auto Mittel zum
Zweck. Für sie gilt das Motto "Nutzen statt besitzen".
Das CarSharing System bietet ihnen genügend Flexibilität,
um im Verbund mit den öffentlichen Verkehrsmitteln den
individuellen Mobilitätsbedarf zu decken. Sie sind mobil -
auch ohne eigenes Auto. Übrigens: Der Zeitbedarf für die
täglichen Wege hat sich seit der STATTAUTO Teilnahme
nicht verändert (siehe MVV Befragungen 1996 und 2002).
2. Die Kosten
Wer bei STATTAUTO Teilnehmer werden will, schließt mit STATTAUTO einen Teilnahmevertrag, zahlt eine Kaution von 500 € (wird bei Austritt zurückgezahlt), eine einmalige Aufnahmegebühr von 50 € und einen monatlichen Beitrag von 7 €. Für Teilnehmergemeinschaften und Firmen gelten günstigere Gebührensätze. Für Inhaber eines MVV-Abos (IsarCardAbo) reduziert sich die Kaution auf 250 € und die Aufnahmegebühr auf 25 €.
Die Nutzungsgebühren berechnen sich aus den Gebühren
für die gebuchte Zeit (Zeittarif) plus den Gebühren für die gefahrenen
Kilometer (km-Tarif). Hier ein Auszug aus unserer Preisliste
für einen Kleinwagen (z.B. Opel Agila):
|
Kilometertarif: |
(pro gefahrenen km) |
0,22 € |
|
Zeittarif: |
Stunde 8 - 24 Uhr |
2,20 € |
|
|
Stunde 0 - 8 Uhr |
0,50 € |
|
|
Tagespauschale (24 Stunden) |
22,00 € |
|
|
Wochenpauschale |
110,00 € |
Preisangaben inkl. Steuer, Kraftstoff und Kaskoversicherung
mit 500 € Selbstbeteiligung etc.. Ab 200 km pro Tag (24
Stunden) erhalten Sie einen Rabatt auf den Zeittarif - ab 350
km zu 100% (Sie zahlen nur noch den Kilometertarif).
Näheres siehe aktuelle Preisliste. Hier einige Rechenbeispiele
auf der Grundlage des Kleinwagentarifs:
|
Fahrstrecke |
Zeittarif |
km-Tarif |
Summe |
München - Eching |
6,60 € |
11,00 € |
17,60 € |
München - Passau |
0,00 € |
77,00 € |
77,00 € |
München-Innsbruck |
44,00 € |
55,00 € |
99,00 € |
München - Osttirol |
110,00 € |
132,00 € |
242,00 € |
3. Der Vergleich
Beim eigenen Auto liegen die Fixkosten z.B. für einen Opel Corsa (Neupreis: 12.000 €) durchschnittlich bei ca. 3.100 € pro Jahr. Dabei entfallen auf den Wertverlust 1.500 €, Steuer/Versicherung 1.000 € und den Zinsverslust 600 €. Die variablen Kosten (z.B. Benzin, Wartung, Reparaturen) liegen bei ca. 0,14 € pro gefahrenen Kilometer. Vereinfacht bietet sich folgende Darstellung an:
| km / Jahr | 5.000 km | 10.000 km | 15.000 km | 20.000 km |
| Fixkosten | 3.100 € | 3.100 € | 3.100 € | 3.100 € |
| variable Kost. | 700 € | 1.400 € | 2.100 € | 2.800 € |
| Gesamt | 3.800 € | 4.500 € | 5.200 € | 5.900 € |
| Kosten pro km | 0,76 € | 0,44 € | 0,34 € | 0,30 € |
STATTAUTO rentiert sich in jedem Fall für Wenigfahrer.
Erst ab einer bestimmten Jahreskilometerleistung ist das
Privatauto günstiger. Nach einer Studie des Bundesverkehrsministeriums
(1995) liegt die Grenze bei 6.830 km
pro Jahr (durchschnittlich). Sie steigt nach unseren
Schätzungen auf über 12.000 km pro Jahr, wenn der
Zeitbedarf für die Fahrzeugnutzung sinkt. Für Personen,
die z.B. aus beruflichen Gründen täglich ein Auto benötigen,
rentiert sich STATTAUTO nicht.
STATTAUTO Teilnehmer fahren dann mit dem Auto, wenn
es für sie notwendig oder zweckmäßig ist - z.B. für den
Großeinkauf, den Besuch von Freunden / Verwandten, den
Ausflug, die Urlaubsreise oder die gelegentliche
Geschäftsreise. In der Regel gehen sie zu Fuß, fahren mit
dem Fahrrad oder nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel
(MVV, Bahn, Taxi).
Hatten STATTAUTO Teilnehmer vorher ein eigenes Auto,
dann reduzieren sich ihre Autokilometer pro Jahr von durchschnittlich
10.600 km auf 2.800 km (MVV Befragung 2002).
STATTAUTO Teilnehmer sparen Geld. Ihre Mobilitätskosten
(öffentliche Verkehrsmittel plus STATTAUTO) sinken im
Vergleich zu vorher, als sie noch ein eigenes Auto hatten.
4. Umweltschonende Mobilität
CarSharing liefert einen effektiven Beitrag zur Entlastung der Umwelt. Für
ein CarSharing Auto werden im Durchschnitt 5 Privatautos abgeschafft und der
geplante Neukauf von 5 weiteren ist nicht notwendig. Mindestens 10 weitere
Autos werden eingespart, weil die Teilnehmer insgesamt weniger mit dem Auto
fahren. Im Durchschnitt teilen sich 20 bis 25 Teilnehmer ein Auto. Daraus
folgt:
- Reduzierung der Schadstoffbelastung
- Verringerung des Flächenbedarfs für Autos
- wirtschaftlichere Nutzung der Autos
- verstärkte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel (Bahn, MVV, Taxi)
Diese positive umweltpolitische Bedeutung ist inzwischen
auf allen politischen Ebenen anerkannt (Bund, Länder,
Kommunen). Aus diesem Grund ist STATTAUTO München
Partner des "MVV", der "MVG", der "Deutschen Bahn",
der Taxigenossenschaft, von Umweltverbänden, Kirchen,
Städten und Gemeinden.
5. Der Träger von STATTAUTO
Träger von STATTAUTO München ist der gemeinnützige Verein Spectrum - Arbeit Beruf Soziales e.V. (Spitzenverband: Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern e.V.). STATTAUTO München versteht sich nicht nur als CarSharing Dienstleister, sondern der Betrieb ist zugleich Ort und Instrument zur Förderung der beruflichen und sozialen Integration.
